Digitales Zuhause

Smart Home, Google Home, Amazon Echo, Alexa – nicht jeder Wittener hat die Muße, sich permanent über technische Upgrades zu informieren. Wir klären Sie auf.

Es gab einmal eine Zeit, in der die Einführung des „Zweiten Deutschen Fernsehens“ fast eine Revolution war – das ist heute kaum noch vorstellbar. Die Digitalisierung schreitet immer schneller voran, und wer sich gar nicht mit Internet, WLAN & Co. befasst, kann schnell abgehängt werden. Das heißt jedoch nicht, dass sich jeder Mensch intensiv mit den technischen Möglichkeiten beschäftigen muss. Interessen und Bedürfnisse sind schließlich unterschiedlich gelagert. Was also wäre für Sie das Richtige?

Startschuss fürs Internet

Ein Internetzugang ist natürlich die Grundausstattung, um von der Digitalisierung profitieren zu können. Wie umfangreich er sein sollte, hängt vom Nutzerverhalten ab: Sie rufen nur hin und wieder online Informationen ab? Dann reicht es eventuell, wenn Ihr Handy-Vertrag (Smartphone) „mobile Daten“ einschließt. Für besseren Komfort können Sie dann Laptop, Tablet oder Computer mit dem Smartphone verbinden und das Telefon als „Hotspot“ einsetzen, also als mobilen Internetzugang.

Wenn Sie das Internet stärker nutzen möchten oder über ein kabelloses Funknetz (Wireless Local Area Network – WLAN) eventuell sogar weitere Geräte einbinden wollen, brauchen Sie allerdings einen eigenen Internetzugang. Dabei ist wichtig zu wissen, dass der nicht klassisch über die Telefonleitung, sondern auch über einen Kabelanschluss ins Haus kommen kann. Die schnellste Verbindung ist dabei Glasfaser – in Witten können sich die Bürger erkundigen, ob Glasfaser in ihrer Straße verfügbar ist. Viele Bereiche in der Stadt wurden bereits an das schnelle Netz angeschlossen.

WLAN ohne Funklöcher

WLAN heißt nichts anderes, als dass Ihr Internetzugang über Funksignale erreichbar ist, Geräte also nicht über Kabel mit dem Anschluss gekoppelt werden müssen. Das entsprechende Signal wird über einen Router erzeugt, den Sie selbst installieren können. Allerdings hat die WLAN-Reichweite Grenzen, und die beziehen sich nicht nur auf die Entfernung zur Dose. Teilweise schirmen Wände oder bestimmte Möbel die Funksignale zusätzlich ab. Dann ist es sinnvoll, sogenannte WLAN-Verstärker einzusetzen, auch WLAN-Repeater (repeat = wiederholen) genannt. Sie kommen in Räumen mit schlechtem Empfang in die Steckdose, greifen das Signal auf und verstärken es.

Reicht das nicht aus, ist eine Powerline eine Alternative. Vereinfacht gesagt, wird dabei das Datensignal zunächst über die Stromleitung in einen anderen Raum transportiert. Dafür verbinden Sie den Powerline-Adapter über ein Kabel mit dem Internetanschluss (Router) und stecken ihn in die Steckdose. Über die Stromleitung sind die Daten dann in jedem Raum mit Steckdose verfügbar. In die wird ein weiterer Adapter gesetzt. Sie können Geräte, wie Computer oder Fernseher, entweder über ein Kabel mit diesem ­Adapter verbinden, oder Sie verwenden einen speziellen Adapter, der WLAN Access Point (WAP) genannt wird (= WLAN-Zugangspunkt). Er nimmt die Daten aus der Stromleitung auf und gibt sie als Funksignal weiter.

TV streamen

Neben dem Surfen im Netz ist das Streamen, also das online Anschauen von Filmen, sicherlich die häufigste Anwendung für schnelles Internet. Das funktioniert ganz einfach: Moderne Fernseher sind ohne zusätzliches Equipment internetfähig. Im Menü finden Sie einen Unterpunkt, um eine Verbindung zum WLAN herzustellen. Ebenfalls im Menü oder direkt auf der Fernbedienung gibt es in der Regel einen Auswahlpunkt für verschiedene Apps.

Diese können Sie dann anwählen und Filme laden, zum Beispiel aus den Mediatheken der Fernsehsender oder von Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime. Für etwas ältere Fernsehmodelle benötigen Sie einen sogenannten TV-Stick. Er sieht aus wie ein etwas größerer USB-Stick und wird in den USB-Anschluss des Fernsehers geschoben, wo er übers WLAN eine Verbindung zum Internet herstellt. Den wählen Sie als externe Quelle an.

Smarte Elektronik für jedes Bedürfnis

Nach dem gleichen Prinzip können Sie weitere internetfähige Geräte mit dem WLAN verbinden. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom „Internet der Dinge“ (Internet of Things – IoT). Ihr Fitnessgerät könnte beispielsweise Trainingsdaten zum Auswerten in eine Cloud laden, also in einen online Daten-Speicher. Theoretisch gibt es sogar Kühlschränke, die selbstständig online Lebensmittel nachbestellen, wenn ein Fach leer ist. In den meisten Fällen arbeiten internetfähige Geräte jedoch nicht eigenständig, sondern werden vom Verbraucher über eine App auf dem Smartphone oder dem Tablet gesteuert.

Ein gutes Beispiel sind digitale Heizungsthermostate. Sie werden mit wenigen Handgriffen an die einzelnen Heizkörper montiert. Hochwertige Modelle lassen sich dann über eine App ansteuern und programmieren. Das heißt, Sie können festlegen, wann welcher Raum aufgeheizt werden soll und diese Eingaben aus der Entfernung über Ihr Handy verändern – wenn Sie zum Beispiel später als geplant nach Hause kommen. Übrigens gibt es auch Apps fürs Energiemanagement, die den Verbrauch einzelner Geräte anzeigen. All das hilft beim Energiesparen.

Viele Geräte können Sie alternativ über einen Sprachassistenten steuern. Dafür benötigen Sie zunächst einen sogenannten Smart Speaker, das heißt einen intelligenten Lautsprecher. Die derzeit bekanntesten Möglichkeiten sind Google Home und Amazon Echo, dessen Sprachassistent Alexa heißt. Diese Lautsprecher verbinden sich ebenfalls mit dem WLAN und bei Bedarf zusätzlich mit weiteren (kompatiblen) Geräten. So können Sie mit einem mündlichen Befehl sogar die Mikrowelle starten.

Mit den Smart Speakern können Sie zusätzlich Musik hören und weitere Infos aus dem Internet abrufen. Beispielsweise wäre es möglich, dass Sie sich Rezepte vorlesen lassen oder Öffnungszeiten abfragen. Viele Angaben funktionieren allerdings erst, wenn die jeweiligen Unternehmen dafür die Voraussetzungen geschaffen, also Sprachassistenten eingerichtet haben.

Home, smart Home

Jetzt fehlen nur noch zwei Schritte, und Sie können Ihr Haus zu einem digitalisierten Smart Home umgestalten. Schritt eins: Sie rüsten die Räume mit Aktoren und Sensoren auf. Aktoren sind Bauteile, die einen elektrischen Impuls erhalten und daraufhin eine mechanische Bewegung ausführen. Sie werden unter anderem eingesetzt, damit sie ein Fenster schließen oder einen Rollladen öffnen. Sensoren messen die Umgebung, etwa Feuchtigkeit oder Temperatur. In einer Smart-Home-Station laufen alle Informationen zusammen und werden aufeinander abgestimmt. So schließt sich beispielsweise das Fenster, wenn die Heizung automatisch die Temperatur hochfährt, weil Sie bald nach Hause kommen. Die Kommunikation der Einheiten kann über Kabel erfolgen oder über Funksignale. So lassen sich auch Bestandsbauten problemlos aufrüsten.

Rezepte googeln? In jedem Raum ist WLAN verfügbar.

Smarte Geräte können direkt online gehen.

Solarenergie als Ergänzung

Digitalisierung führt zu mehr Energieeffizienz. Ideal wäre es natürlich, wenn der Strom zusätzlich aus einer erneuerbaren Quelle stammt und Sie ihn selbst erzeugen. Über das Angebot „Stadtwerke Solar“ können Sie eine
eigene Photovoltaikanlage installieren lassen, ganz ohne Eigenkapital. Die Bezahlung erfolgt über eine monatliche Gebühr. Installation, Wartung und Betrieb übernehmen die Stadtwerke Witten. Ob sich das für Sie lohnt? Auf unserer Internetseite können Sie den Photovoltaik-Check machen. Nur ein paar Angaben und Klicks weiter und Sie bekommen eine erste Einschätzung.

stadtwerke-witten.de/solar