Elektromobilität: Wir wissen’s

Elektroautos sind auf unseren Straßen keine Seltenheit mehr. Trotzdem gibt es noch viele Fragen, die immer wieder gestellt werden.

Sind E-Autos wirklich ökologischer?

Oliver Roßhoff: Der größte Kritikpunkt an der Ökobilanz von E-Autos ist die Batterie. Lithium-Ionen-Akkus bestehen aus wertvollen Ressourcen, die schwierig zu gewinnen sind. Forscher arbeiten zurzeit daran, den Kobaltanteil von aktuell zwölf auf sechs Prozent zu reduzieren. Im gesamten Herstellungsprozess von E-Autos besteht noch Verbesserungspotenzial, was die CO2-Emissionen angeht – daran wird gearbeitet. In Sachen Entsorgung steht die Lithium-Ionen-Batterie jedoch besser da, als viele denken: Die Recyclingquote des Akkus liegt bei 97 Prozent. Die Wertstoffe können zum Beispiel für Photovoltaiksysteme eingesetzt oder getrennt weiterverarbeitet werden. Besonders im Betrieb sind Elek­tro­autos aber wesentlich klimaschonender als ihre Verbrennerkollegen. Mit Ökostrom betankt, fahren sie lokal emissionsfrei. Aber auch beim derzeitigen Strommix hat das E-Auto einen klaren Klimavorteil gegenüber dem Verbrenner. Über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs werden so die Nachteile bei der Herstellung kompensiert.

Eine Urlaubsfahrt mit dem E-Auto – geht das?

Alena Weniger: Viele befürchten, dass die Reichweite der Batterie nicht ausreicht, um längere Strecken zu meistern, und das Netz öffentlicher Ladestationen nicht gut genug ausgebaut sei. Neue Elektroautos schaffen aber mittlerweile bis zu 550 Kilometer ohne Nachladen. Und die Zahl der Stromtankstellen steigt rasant an. Auch die Stadtwerke Witten unterstützen den Ausbau. In Deutschland gibt es mittlerweile über 33.000 öffentliche und halb­ öffentliche Ladepunkte. Die EU-Kommission hat das Thema ebenfalls auf der Agenda. Ich habe es selbst ausprobiert: Eine Urlaubsfahrt mit dem E-Auto ist schon heute mit ein wenig Planung gar kein Pro­blem. Eine Kaffeepause braucht doch jeder mal. Und an der Schnellladesäule lädt eine Batterie in weniger als einer Stunde zu 80 Prozent auf.

E-Autos gelten als teuer. Stimmt das?

Sören Braun: Der Preis ist das häufigste Argument gegen ein Elektroauto. Momentan kosten sie in der Anschaffung oft mehr als ein Verbrenner. Aber das ändert sich zunehmend. Zum einen, weil E-Autos immer stärker in Serie angefertigt werden und auch die Kosten für Batterien kontinuierlich sinken. Zum anderen gibt es großzügige, staatliche Förderungen: Im Zuge des Konjunkturprogramms hat die Bundesregierung die Umweltprämie auf 6.000 Euro erhöht. 3.000 Euro Herstellerzuschuss kommen obendrauf. Auch bei Wartungs- und Reparaturkosten haben Stromer die Nase vorn – es sind weniger Verschleißteile verbaut. Außerdem sind Elektroautos bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Im ADAC-Gesamtkostenvergleich schneiden sie deshalb immer häufiger besser ab als Verbrenner.

Hält das Netz, wenn alle E-Auto fahren?

Salvatore Labbate: Die Zahl der neu zugelassenen E-Autos steigt stetig – und mit ihr der Strombedarf der Haushalte. Die Strommenge ist jedoch nicht das Problem. Knifflig wird es erst, wenn alle gleichzeitig – zum Beispiel nach Feierabend – ihr Auto laden möchten. Das führt zu erheblichen Lastspitzen und kann im schlimmsten Fall eine Überlastung des Stromnetzes verursachen. Mit intelligenter Steuerung lässt sich das jedoch verhindern. Wenn ich zum Beispiel angebe, mein Auto soll morgens um 7 Uhr vollgeladen sein, ist es mir egal, wann oder wie schnell das geschieht. Mit einem sogenannten Lastmanagement lassen sich Ladezeitpunkte verschieben oder Ladegeschwindigkeiten vorübergehend reduzieren. Ein kostspieliger Netzausbau wird damit überflüssig. Für die Netzstabilität ist es auch wichtig, dass jeder der Meldepflicht für Ladesäulen nachkommt.


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