Kompost: Grüner geht's nicht

Kartoffelschalen, Kopfsalat, Kaffeepulver – alles Müll? Besser rauf damit auf den Kompost, die Natur erledigt den Rest.

Im Garten wartet eine Riesenmannschaft auf Arbeit: unter anderem Regenwürmer, Schnecken, Asseln, Milben, Tausendfüßler und etwa eine Billiarde Bakterien – pro Quadratmeter. Sie alle stehen bereit, um den ganzen Tag für Sie zu schuften und aus organischen Abfällen wertvollen Humus zu machen. Der ist wichtig, damit die Nährstoffe im natürlichen Kreislauf verbleiben und Tulpen & Co. besser sprießen. So gut das klingt, es funktioniert nur, wenn Sie die Natur ein klein wenig unterstützen.

Welcher Platz ist geeignet?

Los geht‘s mit der Wahl eines guten Standortes. Der Kompost sollte weder faulen noch austrocknen, also zum Beispiel im Halbschatten stehen. Falls genug Platz da ist, wären drei Haufen nebeneinander ideal, die jeweils etwa einen Quadratmeter groß sind. Als Umrahmung können Sie zum Beispiel ein einfaches Gatter aus Holzlatten zimmern. Entweder nehmen Sie dafür beständige Hölzer wie Robinie, Eiche oder Lärche, oder Sie wählen Bretter einer günstigen Holzart wie Fichte, die allerdings schneller verrotten und entsprechend früher erneuert werden müssen. Eine Alternative sind Kompostbehälter aus Plastik. Unser Tipp: Pflanzen Sie eine kleine Hecke vor dem Kompost an. Das sieht gepflegt aus und die Vögel freuen sich. Achten Sie aber darauf, dass immer noch ein kleines Lüftchen weht.

Woher kommen die Würmer?

So absurd es klingt, aber für einen neuen Komposthaufen kaufen Sie am besten Kompost. Eine kleine Menge (drei bis fünf Prozent) reicht, sie stellt aber sicher, dass alle notwendigen Mikroorganismen vor Ort sind. Pro Kubikmeter mischen Sie zudem zehn Kilo Gesteinsmehl und fünf Kilo Hüttenkalk unter. Das reguliert den Säurehaushalt und unterbindet unangenehme Gerüche. Falls Sie den Kompost erst nach und nach aufbauen wollen und noch keine größeren Mengen Grünschnitt oder Ähnliches haben, müssen Sie diese Zusätze nicht exakt abwiegen. Hier gilt das Prinzip „Pi mal Daumen“. Zusätzlich können Sie die Humusbildung mit sogenannten Kompostwürmern beschleunigen, die es in der Gartenhandlung gibt. Diese natürliche Recycling-Brigade findet sich zwar auch von selbst ein, braucht aber länger, bis sie am Ziel ist.

Beim

Beim Kochen fällt viel organischer Abfall an, der sich gut auf Kompost und Biotonne verteilen lässt, um ihn optimal zu recyclen.

Was darf auf den Kompost?

„Im Prinzip darf alles auf den Kompost, was gut verrottet“, sagt Ulrike Neuhoff, Abfallberaterin der Stadt Witten, „zum Beispiel Salatreste oder Kartoffelschalen, Teebeutel, Kaffeefilter, Eierschalen oder Schnittblumen. Zitrusfrüchte sollten hingegen in der Biotonne entsorgt werden, weil sie unter unseren heimischen Bedingungen zu lange erhalten bleiben.“ Ein weiteres Tabu seien gekochte Essensreste. „Vor allem Fleisch kann schnell Ratten anziehen“, erklärt Neuhoff. Außerdem können Sie den kleinen Gartenhelfern eine Menge Arbeit abnehmen, indem Sie Äste und Laub zuvor zerkleinern und zum Beispiel durch den Häcksler schicken.

Bei Rasenschnitt tritt wiederum ein anderes Problem auf: Er ist sehr nass und schwer. Zu große Mengen verdichten daher den Kompost und lassen ihn faulen. „Am besten lassen Sie den Rasenschnitt zuvor in der Sonne trocknen und teilen die Menge zwischen Kompost und Biotonne auf“, rät Neuhoff. Übrigens: Vorsicht mit Unkraut, das Sie auf den Kompost werfen: Es können Samen übrig bleiben. Die verteilen Sie dann mit dem Humus über den gesamten Garten.

Wann ist der Humus fertig?

Nach etwa drei Monaten sollten Sie den Kompost umschichten, damit er gut durchlüftet wird. Schon nach einem halben Jahr ist dann aus ihm Humus geworden, den Sie im Garten verteilen können. Das gilt für die warme Jahreszeit. Im Winter sind die Würmer faul und brauchen deutlich länger. 


Eine Tonne voller Energie

Wussten Sie, dass die Energie, die in einer Bananenschale steckt, eine 11-Watt-Birne 34 Minuten lang zum Leuchten bringen könnte? Aus Biomüll wird daher zum Teil Strom gewonnen. Außerdem wird der Inhalt der Biotonne zu Kompost und Dünger verarbeitet. Für den Haushalt ist sie ohnehin eine praktische Ergänzung. Denn hier dürfen auch gekochte Essensreste entsorgt werden, die auf einem Kompost nichts zu suchen haben.

Wie Ökostrom aus Biomüll entsteht, zeigt ein Film unter: www.ahe.de