Schon erledigt!

Fast jeder Mensch kennt das Phänomen: Aufschieberitis. Die To-do-Liste wird länger und das schlechte Gewissen größer.

Oma besuchen, ins Kino gehen oder shoppen? In den vergangenen Wochen sah das Leben anders aus, als wir es sonst gewohnt sind. Manch einer hat die Gelegenheit tatsächlich genutzt, um endlich den Keller aufzuräumen oder endlich den gesamten Rasen zu vertikutieren – alle anderen fragen sich, wo die zusätzliche Zeit geblieben ist? Aufschieben ist menschlich. Und kaum ist eine unangenehme Sache geschafft, beginnt das Elend von Neuem: Im Keller sammeln sich bereits neue Schätze. Wir haben die Lösung.

  • To-do-Liste: Starten Sie mit einer Liste, auf die Sie alles schreiben, was ständig liegen bleibt oder was Sie gerne machen würden, aber nicht tun.
  • Aussortieren: Gehen Sie jeden einzelnen Punkt durch – wie wichtig ist er Ihnen wirklich? Muss der Keller aufgeräumt sein? Ist es schlimm, wenn der Rasen nur alle zwei Wochen gemäht wird? Streichen Sie jeden Punkt, der Ihnen nicht zwingend erscheint, einfach durch. Sie können niemals alles schaffen.
  • Loslassen: Verabschieden Sie sich bewusst von den Vorhaben, die Sie gestrichen haben. Erzählen Sie Freunden und Verwandten, dass Sie beschlossen haben, das Projekt Keller offiziell zu begraben, oder dass Sie Ihre Mitgliedschaft im Fitnessstudio kündigen. Für die Steuererklärung halten Sie sich die zwei Abende vor dem Abgabetermin frei und müssen vorher nicht mehr darüber nachdenken. Mit einer klaren Entscheidung können Sie nämlich auch Ihr schlechtes Gewissen beenden!
  • Hinterfragen: Jetzt klären Sie für jeden Punkt, warum Sie ihn schieben, und ziehen daraus Konsequenzen, beispielsweise: Sie sehen selbst keinen Sinn hinter einer Aufgabe und planen sie nur, weil andere es erwarten? Dann streichen Sie diese Tätigkeit!
  • Los geht’s: Jetzt sortieren Sie die Liste noch nach Priori-täten und legen los. Nehmen Sie sich den Punkt ganz oben vor – und zwar nur diesen einen. Wer mehrere Projekte gleichzeitig angehen will, verzettelt sich. Falls es sich um ein größeres Vorhaben handeln sollte, teilen Sie das in viele kleine Schritte auf und packen zunächst nur einen einzigen dieser Schritte an. Erst wenn das klappt oder umgesetzt ist, folgt Schritt zwei.
  • Zeit festlegen: Setzen Sie sich für Schritt eins einen kon-kreten Termin (Montag, 18 Uhr, Sport). Feste Termine sind besonders wichtig für regelmäßig wiederkehrende Tätigkeiten, damit sich Routinen entwickeln. Denken Sie daran, dass es nur ein kleiner Schritt sein sollte. Starten Sie mit einmal Sport pro Woche, oder räumen Sie nur einen Schrank in der Küche auf und setzen für den zweiten Schrank einen neuen Termin. So bleibt die Aufgabe über-schaubar. Belohnen Sie sich, sobald Sie etwas erledigt haben.
  • Austauschen: Nutzen Sie soziale Kontakte für Ihre Schritte. Heißt: Verabreden Sie sich zum Sport oder starten Sie mit Freunden ein Aufräum-Projekt – und berichten sich regel-mäßig gegenseitig, was sie geschafft haben. Sozialer Druck hilft.
  • Für Fortgeschrittene: Eat the frog – Iss den Frosch. Das steckt hinter diesem Motto: Machen Sie morgens – ob privat oder im Job – die unangenehmste Aufgabe zuerst. Das kostet etwas Überwindung, sorgt aber für den Rest des Tages für gute Laune und verschafft Energie!