Volle Ladung voraus

Klimaschutz, purzelnde Fahrzeugpreise und satte Förderungen vom Staat – gute Argumente für ein Elektroauto. Und die Stadtwerke sorgen für einfaches Laden

Die Zahl der Elektroautos auf unseren Straßen steigt. Der Absatz der „Stromer“ hat sich im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast verdoppelt. Allein in Witten waren im September bereits 463 Fahrzeuge mit rein elektrischem oder hybridem Antrieb gemeldet. Experten gehen davon aus, dass die erhöhte Innovationsprämie der Bundesregierung einen erheblichen Anteil an der gestiegenen Nachfrage hat.

E-Autos nehmen Fahrt auf

Auch bei den Stadtwerken läuft die Umstellung auf Elektromobilität auf Hochtouren: 64 Fahrzeuge des Fuhrparks haben mittlerweile einen elektrischen Antrieb – und es werden immer mehr. Auf dem Betriebsgelände wurden kürzlich sechs neue Ladepunkte installiert, an denen die Mitarbeiter auch ihre privaten Fahrzeuge laden können. Bei den Stadtwerken wird derzeit ein Team für alles rund um die Elektromobilität aufgebaut, und auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Witten geht stetig voran. Allein in diesem Jahr haben die Stadtwerke bis September insgesamt 47 neue Ladepunkte errichtet, zehn davon an öffentlichen Standorten im Stadtgebiet. Einige davon wurden auf Anregung von Wittenern realisiert. Denn auf der Stadtwerke-Internetseite können Interessierte Vorschläge für neue Ladesäulen-Standorte auf einer interaktiven Karte eintragen. Diese werden dann geprüft und bei Eignung umgesetzt.

Laden, leicht gemacht

Im Januar 2021 starten die Stadtwerke Witten mit einem Bezahlsystem für ihre Ladesäulen – gemeinsam mit den Stadtwerken Bochum ­und dem Energieversorger Gelsenwasser. An 200 Lade­punkten, vorrangig in Witten, Bochum und Gelsenkirchen, kann dann einfach und bequem per Ladekarte unterwegs Strom geladen werden. Die Kilowattstunde kostet für Stadtwerke-Kunden 30 Cent, sonst 35 Cent – egal ob Schnell- oder Normalladung.

Für weitere Fahrten – auch ins Ausland – gibt es die Ladekarte zusätzlich mit Roamingfunktion. Sie ist europaweit an über 150.000 Ladepunkten ausgewählter Partner gültig. Eine Grundgebühr von fünf Euro im Monat wird nur für diese Karte mit Roamingfunktion erhoben. Der Tarif liegt bei 50 Cent pro Kilowattstunde, plus drei Cent pro Minute. Beide Karten können online über die neue Stadtwerkedrive-Homepage (links) beantragt werden. Der Ausgabepreis beträgt einmalig knapp fünf Euro.

Auch der Ladevorgang ist mit den neuen Karten einfach und unkompliziert: Zunächst halten Sie die Karte vor den RFID-Sensor an der Ladestation – die Ladesäule wird freigeschaltet. Dann verbinden Sie das Ladekabel mit der Station, anschließend mit dem Fahrzeug. Der Ladevorgang startet. Zum Beenden halten Sie die Karte erneut vor den Sensor oder entriegeln das Auto. Nun müssen Sie das Ladekabel nur noch von der Station und vom Fahrzeug trennen. Die Rechnung kommt per E-Mail am Monatsende, der fällige Betrag wird per SEPA-Lastschrift vom Konto abgebucht. Gute Fahrt!


Ein Recht auf eine Ladestation

haben jetzt übrigens auch Mieter und Wohnungs­eigentümer in Mehr­familien­häusern. Der Einbau einer Wallbox in der Tiefgarage oder auf dem Gemeinschaftsparkplatz wird durch die Novelle des Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetzes (WEMoG) stark vereinfacht. Die Zustimmung des Vermieters oder aller Miteigentümer vor einer In­stallation wird nicht mehr benötigt. Die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Ladestation trägt allerdings der Antragsteller.

Bestellen, laden,losfahren

Die Ladekarten können ab sofort online über die neue Stadtwerkedrive-Homepage bestellt werden. Sie gelten ab dem 1. Januar an allen Ladesäulen der Verbund-Partner. Eine Standortkarte mit Suchfunktion findet sich ebenfalls auf der Homepage: witten.stadtwerke­drive.de