Winterquartier für grüne Lieblinge

Das Gärtnerei-Team der SoVD-Lebenshilfe Witten hat sich auf die Überwinterung von Kübelpflanzen spezialisiert.

Der nahende Frühlingsbeginn bedeutet für Armin Moshage-Hes, Annika Haas und das Gärtnerei-Team bei der SoVD-Lebenshilfe Witten gGmbH eine Menge Arbeit. Denn nun müssen die rund 1.000 Gastpflanzen, die sie über den Winter gehegt und gepflegt haben, wieder zu ihren Besitzern zurückgebracht werden. In den kalten Wintermonaten könnenPflanzenfreunde ihre frostempfindlichen Kübelpflanzen in die Obhut ­der Lebenshilfe-Gärtnerei geben. Hier werden die Pflanzen bestens versorgt. Das Rundum-sorglos-Paket beinhaltet neben dem Abholen der Pflanzen auch das Düngen und Beschneiden sowie alle nötigen Pflanzenschutzmaßnahmen.

Die vier Gewächshäuser mit unterschiedlichen Temperaturbereichen – vom tropischen über subtropisches bis hin zum mediterranen Klima – bieten jeder Pflanze den optimalen Standort zum Überwintern. „Wir lassen unseren Wintergästen die bestmögliche Pflege zukommen“, sagt Moshage-Hes. Das Gärtnerei-Team kümmert sich dabei um eine recht exotische Sammlung: von Zitronenbäumen über Oliven, Oleander, Strelizien und verschiedensten Palmen bis hin zu einem Leberwurstbaum. „Es ist wirklich ein wunderschöner Arbeitsplatz“, sagt der Gärtnermeister stolz.

Gärtnern mit Perspektive

In den Gewächshäusern der SoVD-­Lebenshilfe finden Menschen mit psychischen Erkrankungen eine Beschäftigung. „Die Arbeit hilft ihnen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken“, erklärt die Gartenbau-Ingenieurin Annika Haas. „Sie lernen hier, Verantwortung zu übernehmen und auf andere ­Menschen zuzugehen. Denn bei uns wird im Team gearbeitet. Im besten Fall gelingt so der (Wieder-)Einstieg ins ­Berufsleben.“

Der Frühling kann kommen

Ende April, Anfang Mai muss sich das Team der SoVD-Lebenshilfe vorerst wieder von ihren lieb gewonnenen „Gästen“ im Gewächshaus trennen. Armin Moshage-Hes und Annika Haas sind sich einig: Aus Sicht des Gärtners ist es ein schönes Gefühl, wenn man die Pflanzen in tadellosem Zustand an ihre Besitzer übergeben kann.

Oftmals werden die Mitarbeiter der Gärtnerei – oder vielmehr die Pflanzen – schon sehnsüchtig erwartet. „Wir haben zum Beispiel eine Dame, die uns jedes Mal mit Schokolade empfängt. Das versüßt uns natürlich den Tag“, berichtet Haas. „Ein bisschen Wehmut kommt schon auf, wenn die großen Gewächshäuser leer geräumt werden“, so Armin Moshage-Hes. Aber das währt nur einen kurzen Moment, denn nun kommt die Tomaten-Zeit – und damit jede Menge neue Arbeit.