Preisentwicklung zur Heizsaison

Der Heizölpreis sinkt durch Schwankungen am Weltmarkt, der Gaspreis zieht teilweise mit und der Preis für Pellets bleibt stabil.

Der Herbst ist da – auch wenn warme Temperaturen noch nicht an die langen kalten Monate denken lassen, die nächste Heizperiode steht bevor. Ob mit Erdgas-, Heizöl- oder Pellets, die Energieträger unterliegen Preisschwankungen. Für Kunden ist es wichtig zu wissen, was auf sie zukommt, nur so kann zum richtigen Zeitpunkt gekauft werden, beziehungsweise das Verbrauchsverhalten angepasst werden.

Erdgas-Preis sinkt marginal

Früher galt Gas als die günstigste Art zu heizen. Das hat sich gewandelt, da viele der einfach zugänglichen Erdgasfelder bereits abgeerntet sind. Aktuell liegt der Gaspreis bei stabilen 6,38 Cent pro Kilowattstunde. Über den Verlauf des vergangenen Jahres ist der Preis etwas gesunken, bedingt durch den niedrigen Ölpreis. Durch Kopplung an den Ölpreis sinkt der Gaspreis automatisch mit, wenn das schwarze Gold günstiger wird. Ebenfalls ein Druckmittel für den Gaspreis: Die steigende Anzahl der Anbieter. Durch die Erschließung neuer Gasfelder kommt es zu Senkungen am Spotmarkt, dem Handelsplatz, an dem kurzfristig lieferbare Gasmengen gehandelt werden. Große Gaslieferanten sind Russland und die skandinavischen Länder, knapp zehn Prozent des Gasverbrauchs in deutschen Haushalten wird über inländische Quellen gedeckt. Dennoch: Erdgas gehört zu den fossilen Brennstoffen, so dass die vermehrte Förderung und der eventuelle Anstieg durch Fracking letztendlich dazu führen wird, dass diese Ressourcen irgendwann erschöpft sind. Deswegen wird nach Alternativen gesucht, die vor allem in den erneuerbaren Energien liegen sollen.

Pellet-Öfen: Preis konstant

Das Heizen mit Pellets ist relativ neu in Deutschland. Über Pelletöfen werden hier kleine gepresste Holzkügelchen verbrannt, die in den intelligenten Öfen dafür sorgen, dass die zuvor eingestellte Temperatur gehalten wird.

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Im aktuellen Vergleich sind Pellets nicht günstiger als die fossilen Brennstoffe, je nachdem wie sich der Weltölmarkt entwickelt könnte sich das ändern. (Foto: fotolia.de ©tchara)

Die Wärme wird dann über das Heizungs-Leitsystem verteilt. So kann durch die Pellets im Gegensatz zu herkömmlichen Holzöfen eine Heizung der gesamten Wohnung erreicht werden. Pellets verbrennen langsam und können in speziellen Öfen eine recht lange Wärmespeicherung bringen.

Die Pellets unterliegen Angebot und Nachfrage, weswegen im vergangenen Jahr eine minimale Senkung des Preises zu beobachten war. Der Preis liegt aktuell bei konstanten 4,45 Cent pro Kilowattstunde. Laut dem Deutschen Pelletinstitut (DEPI) ist ein steigender Verbrauch zu beobachten.

Heizöl wird günstiger

In der Regel steigen die Heizölpreise in der Regel bis zum Herbst, fallen dann wieder, bis nach Ende der Heizsaison ein erneutes Tief entsteht. Für dieses Jahr ist kein zu hoher Preis zu erwarten, auch nicht während der Hochsaison Herbst, da Heizöl sich an den günstigen Rohölpreisen orientiert. Durch die volatile Entwicklung von Heizöl gibt es beim Kauf zum richtigen Zeitpunkt ein enormes Sparpotenzial, da nicht genau dann gezahlt wird, wenn verbraucht wird – hier lohnen sich also eine gezielte Beobachtung und ein Kauf zum richtigen Zeitpunkt.Der Ölpreis hat seinen Abwärtstrend aktuell vor allem der vermehrten Förderung zu verdanken. Saudi Arabien hat darüber hinaus seine Preise für den asiatischen Preis gesenkt um dem Konkurrenten Iran keine Marktanteile zu überlassen. Der Iran ist nach den aufgehobenen Atomsanktionen wieder vermehrt an der Förderung dran, um wirtschaftlich wieder besser dazustehen. Für alle, die mit Heizöl heizen, ist das eine positive Entwicklung, wie sich der restliche Markt daran auf Dauer orientiert, bleibt abzuwarten.

Energiepreisentwicklung im großen Ganzen

Spannend ist es, die Energiepreisentwicklung im großen Ganzen zu sehen.

Das Statistische Bundesamt zeigt in den Langen Reihen von Januar 2000 bis Juli 2016 die Preisentwicklung von verschiedenen Brennstoffen und den Produkten wie Motorenbenzin, Diesel, leichtes und schweres Heizöl, Erdgas und Flüssiggas. Auch elektrischer Strom, Fernwärme und Holzprodukte werde mit einbezogen, vor allem im internationalen Vergleich und im Unterschied zwischen Einfuhr- und Verbraucherpreisen. Selbst in dem vergleichsweise kleinen Zeitfenster des zurückliegenden Jahres lässt sich die übergreifend absteigende Tendenz der Preise – allen voran beim Heizöl – erkennen. Einziger Ausreißer in dieser Hinsicht: der elektrische Strom.